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J-Spec

Willkommen in der deutschen Toyota Supra MKIV (JZA80) Community!

Die Ausführung für den japanischen Markt (J-Spec, RHD)

Auf dem japanischen Markt musste sich der Supra gegen die Vielzahl von Sportwagen behaupten, die japanische Hersteller Mitte der 90er-Jahre im Angebot hatten. Fast jede Marke hatte auf diesem Gebiet etwas anzubieten, oftmals auch mit turboaufgeladenen, drehmomentstarken Motoren.

Mitsubishi war seit 1990 mit dem vierradgetriebenen GTO (3000GT) am Markt, Nissan hatte den Fairlady Z (300ZX) im Angebot, Honda sein High-Tech Alu-Leichtgewicht NSX. Mazda bestritt mit der 1992 eingeführten dritten RX7-Generation (FD3S) einen eigensinnigen Weg. Sie war mit einem Zweikammer-Wankelmotor mit ebenfalls, wie im Supra, zwei in Reihe geschalteten Turboladern ausgerüstet.

All diese Fahrzeuge begnügten sich mit einer nach dem japanischen „Gentlemen Agreement“ auf um die 280PS begrenzten Leistung. Der Supra hatte, wenn auch offiziell in Japan ebenfalls mit nur 280PS angegeben, leistungstechnisch die Nase vorn.

Sämtliche J-Spec Varianten des Supra sind einer japanischen Zulassungsvorschrift folgend elektronisch auf 180km/h begrenzt. Im Land der aufgehenden Sonne zählen Spurtvermögen und Agilität mehr als Endgeschwindigkeit und hohe Autobahndurchschnittsgeschwindigkeiten. Dieser Besonderheit Tribut zollend verfügt die Turbovariante des 2JZ-Motors in der japanischen Ausführung über keramische Turbolader-Schaufeln aus dem Hightech-Werkstoff Siliziumnitrid. Durch das niedrigere spezifische Gewicht erlauben sie ein schnelleres Ansprechen der Turbolader.

05.1993-08.1994

Übersicht der zu Beginn erhältlichen Modelle. Bis zur Einführung der großen 17″-Bremsanlage im August 1994 wurden die Turbo-Modelle mit dunkelgrauen Felgen ausgeliefert

Zum Marktstart 1993 war der Supra in 3 Ausstattungsvarianten erhältlich. Die Basis stellte der Supra SZ dar. Er verfügt über den 2JZ-GE Saugmotor, der entweder an das manuelle 5-Gang Getriebe oder an eine 4-Gang Wandlerautomatik angeflanscht ist. ABS ist im SZ nur gegen Aufpreis an Bord, ebenso die Torsen-Differentialsperre.

Die nächsthöhere Ausstattungsvariante war der Supra RZ. Hier kam der 2JZ-GTE Turbomotor zum Einsatz. Als Getriebevarianten standen das 6-Gang Schaltgetriebe von Getrag, welches serienmäßig mit einer Differentialsperre geliefert wurde, und die 4-Gang Automatik zur Wahl. Für letztere war die Differentialsperre nur gegen Aufpreis erhältlich.
Nur im RZ erhältlich und dort Teil der serienmäßigen Ausstattung sind Bilstein-Stoßdämpfer.

Blick ins Cockpit: Supra in japanischer Ausführung, RZ-Modell, Baujahr 1993

Als Top-Modell im Modellprogramm stand der Supra GZ in den Preislisten. Ebenfalls mit dem 2JZ-GTE Turbomotor ausgerüstet, war der GZ nur mit Automatikgetriebe lieferbar mit serienmäßiger Differentialsperre. Weiterhin sind im GZ serienmäßig an Bord: Ledersitze, Fahrerairbag, Tempomat, aktiver Frontspoiler und das Super-Live Soundsystem mit Subwoofer im Kofferraum.

In allen anderen Modellen waren diese Optionen nur gegen Aufpreis erhältlich, den Beifahrerairbag gar gab es überall nur gegen Aufpreis. Ebenso war der große Heckspoiler nur gegen Aufpreis erhältlich. Das „Aerotop“ genannte Targa-Dach (nur in Verbindung mit dem Automatikgetriebe) war als Option für SZ und GZ erhältlich.

Zum Verkaufsstart verfügten alle Supras in der japanischen Ausführung ausschließlich über die kleine Bremsanlage mit 16″-Felgen. Die große Bremsanlage war überhaupt nicht lieferbar.

08.1994-05.1995

Mit der ersten Modellpflege des Supra verschwanden die elektrisch beheizbaren Aussenspiegel, die aber von nun an elektrisch anklappbar waren.

Das ab 1994 erhältliche SZ-R Modell stellt eine sportlichere Saugmotor-Variante dar

Als zusätzliche Ausstattungsvariante wurde der Supra SZ-R eingeführt, der eine sportlichere Ausführung des SZ darstellt. Der Supra SZ-R wurde nur mit dem 5-Gang Schaltgetriebe und Differentialsperre ausgeliefert. ABS und der große Heckspoiler waren Teil der Serienausstattung. Weiterhin erhielt der SZ-R die Bilstein-Stoßdämpfer aus dem RZ.

SZ, RZ und GZ blieben ohne Änderungen im Programm.
Als Option für GZ und RZ wurde die große Bremsanlage eingeführt.

 

 

 

 

 

05.1995-04.1996

Supra RZ, Baujahr 1995. Optionale 17″-Felgen und serienmäßige Recaro-Sportsitze

Die letzte Modellpflege vor dem umfassenden Facelift 1996 beinhaltete einige grundlegende Änderungen.

Die Ausstattungsvariante RZ wurde umbenannt in RZ-S. Statt der Bilstein-Dämpfer erhielt sie die normalen Stoßdämpfer.

Der Name Supra RZ wurde fortgeführt und für das neue sportliche Topmodell der Baureihe eingesetzt. Der Supra RZ ab Mai 1995 verfügt weiterhin über die Bilstein-Stoßdämpfer, ist aber nur noch mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Differentialsperre lieferbar.
Serienmäßig an Bord sind ausserdem der große Heckspoiler und Recaro SR-II Sportsitze. Die 17″-Bremsanlage war von nun an auch für die Non-Turbo Modelle SZ und SZ-R optional erhältlich war.

Der Tempomat wurde gänzlich aus der Ausstattungsliste gestrichen, ebenso wie das Targadach für die GZ-Modelle, welches somit nur noch im SZ erhältlich war.

Als neue Farbe gab es Dark Green Mica Metallic (6P3) zu bestellen.

04.1996-08.1997 (Facelift)

Facelift-Supra

Modellvariante RZ-S mit serienmäßigen 16″-Felgen und optionalen Heckspoiler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1996 wurde der Supra einem umfassenden kosmetischen Facelift unterzogen. Technisch blieb größtenteils alles beim Alten.

Die Scheinwerfer bekamen ein schwarzes Gehäuse, die Rückleuchten graue statt schwarze Einfassungen. Das Standlicht wanderte aus den Scheinwerfern in die neu gestalteten Klarglas-Blinker.
Die seitlichen Blinker wanderten von den Kotflügeln in die Ecken der Frontschürze, wo sich beim US-Modell die vorderen Positionslampen befinden. Ebenfalls bekam das Japan-Modell nun die roten, hinteren Positionslampen des US-Modells.
Die vordere Kühlluftöffnung wurde mit einer horizontalen Strebe aufgewertet.

Auch die Alufelgen, sowohl die 16″- als auch die 17″-Variante, wurden mit einem neuen Nabendeckel-Design bestückt.

Neues Stoffmuster, 3 kleine Rundinstrumente: SZ-Modell, 1996

Im Innenraum gab es eine neue Farbe: Das Armaturenbrett war von nun an grau statt schwarz, die drei großen Rundinstrumente wurden gegen zwei große und drei Kleine ausgetauscht (Tank, Wassertemperatur und Ladedruck bei Turbomodellen bzw. Voltmeter bei Nonturbo-Modellen).
Der digitale Kilometerzähler wanderte von der Mittelkonsole in den Tachometer und zählte von nun an analog hoch.

Die Sitze bekamen ein neues Stoffmuster und integrierte statt abnehmbare Kopfstützen.

Das GZ-Modell wurde komplett aus der Ausstattungsliste gestrichen. Der SZ-R erhielt das manuelle Sechsganggetriebe aus den Turbomodellen in einer überarbeiteten Variante (V161) und die Recaro-Sportsitze als optionales Extra.

Ebenfalls serienmäßig, jetzt in allen Modellen, wurden Fahrer-und Beifahrerairbags mitgeliefert.

Das normale 4-Kanal ABS mit lateralem Fliehkraftsensor wurde durch ein 3-Kanal System ohne ersetzt, welches jetzt aber auch in den SZ-Modellen serienmäßig an Bord war.
Stattdessen wurde als Sonderausstattung (im RZ serienmäßig) ein Sport-ABS eingeführt, welches statt des lateralen Fliehkraftsensors einen Linearen besitzt. Das Sport-ABS war nur zusammen mit der großen Bremse und den 17″-Felgen lieferbar.

Die Traktionskontrolle wurde um einen „Snow Mode“ erweitert, der sich mit einem Knopf auf dem Armaturenbrett auswählen lässt.

Die Aussenfarbe Deep Teal Metallic (752) wurde gestrichen und Grayish Green Mica Metallic (6N0) sowie Blue Mica Metallic (8L5) neu eingeführt.

08.1997-08.2002

Die letzte größere Modellpflege erfolgte im Jahr 1997.

Der Innenraum ab 1997: Abermals veränderter Sitzbezug und Dreispeichenlenkrad (Abbildung: RZ-S)

Während sich die Änderungen im Innenraum auf ein abermals geändertes Muster der Stoffsitze und ein Dreispeichen-Airbaglenkrad (in RZ und SZ-R mit Kohlefaser-Applikationen) beschränken, wurden auf technischer Seite einige Neuerungen eingeführt.

Am ehesten zu erwähnen ist hier die Adaption von Toyotas variabler Ventilsteuerung VVT-i an den 2JZ-GTE Turbomotor. Die stufenlose Verstellung der Einlassnockenwelle und damit der Ventilsteuerzeiten führte auf der einen Seite zu einer Verringerung des Verbrauchs von 12,2l /100km (8,2 km/l laut japanischer Norm) auf 11,1l /100km (9.0km/l) in der handgeschalteten Version. Auf der anderen Seite erhöhte sich das maximale Drehmoment von 441Nm (44 kgm) auf 451Nm (46kgm).

2JZ-GTE VVT-i: Leicht zu erkennen an der bläulichen Zylinderkopfabdeckung

Zusammen mit dem VVT-i wurde der 2JZ-GTE in der japanischen Ausführung mit einer OBDII-Schnittstelle, einer elektrisch gesteuerten Drosselklappe (ETCS-i) und einem Hitzdrahtluftmassenmesser ausgerüstet.

Die handgeschalteten Versionen der Turbo-Modelle erhielten das ein Jahr zuvor bereits im SZ-R eingeführte überarbeitete Getrag-Getriebe vom Typ V161. Die 4-Gang Automatik in den Turbomodellen erhielt Lenkradtasten für den manuellen Gangwechsel.

Die Bilstein-Dämpfer im SZ-R und RZ wurden durch ein mechanisch-hydraulisches System ersetzt: Das REAS (Relative Active Absorber) wirkt aktiv dem Wanken der Karosserie aktiv entgegen.

In dieser Konstellation blieb der Supra bis zur Einstellung der Produktion dem japanischen Markt erhalten. 1998 bzw. 2001 wurden zwei weitere Farben eingeführt: Super Bright Yellow bzw. Super Red V als Ersatz für Super Red IV.

Im August 1999 wurde die Aerotop-Ausführung komplett eingestellt, gleichzeitig gab es eine Anpassung an neue japanische Abgasvorschriften. Diese Modelle sind am Code GF-JZA80, vorher E-JZA80, zu erkennen. Eben diese Abgasvorschriften waren auch der Grund für die komplette Einstellung der Supra-Produktion im August 2002.

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