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GERMAN SUPRA MKIV GROUP beim Supra MKIV Team Polen Treffen

Hier sind wir also wieder, gucken uns die gleiche Choregraphie an, die wir schon so oft gesehen haben: Stehen die Autos parallel nebeneinander, oder in einem Winkel? Gemischte Farben oder der Farbe nach aufgestellt? Die Außenspiegel müssen auch wirklich auf derselben Höhe sein! Nachdem der letzte Motor aus ist, ist es der gleiche Anblick wie schon so oft. Aber jedes Mal anders: Ein ganzer Haufen Supras, nebeneinander geparkt. Diese Form von Emotion kenne ich noch gut davon, als ich als kleines Kind mit Matchbox Autos gespielt habe.

Ich war auf dutzenden Supratreffen, ich habe hunderte von Supras in meinem Leben schon gesehen, aber jedes Gruppenbild ist wieder etwas Einzigartiges, auf seine Art aufregend und es entflammt meine Liebe zu diesem einen Automodell immer aufs Neue.
Dieses Mal haben Arne und ich jeder 1.000 km auf uns genommen, um diese Choregraphie zu sehen: Die German Supra MKIV Group trifft auf das Supra MKIV Team Polska.

Also, was ist die Geschichte dahinter? Wie ihr eventuell wisst, fährt Arne eine sehr besondere Supra, eine von nur drei uns in Europa bekannten Supra SE (Ganze Geschichte lesen). Die beiden anderen SEs befinden sich in Polen, von denen eine in einem außergewöhnlich guten Zustand ist. Sie hat sogar noch die originalen, leider ungeliebten, SE Pin-Stripes an der Seite. Wenn man so ein Einhorn von Auto fährt, ist es klar, dass man die anderen Autos sehen will. Ich für meinen Teil spreche ein wenig Polnisch, was die Sprachbarrieren zu einem gewissen Level überwindet.
Also entstand sehr schnell die Idee das polnische Treffen zu besuchen. Da die „Freundschaft zwischen den Nationen“ in unserer Vereinssatzung steht, war es für mich auch eine Frage der Ehre unsere polnischen Suprabrüder zu besuchen.

Aber halt, nicht nur wir hatten diese Idee. Unsere Freunde aus Polen kamen uns zuvor und besuchten unser Treffen dieses Jahr, noch bevor wir zu Ihnen fahren konnten.

Auf diese Weise lernten wir Andrzej und Marcin kennen, die beiden Jungs, die das polnische Treffen organisieren. Marcin war auf Abschiedstournee, da seine Supra eigentlich schon verkauft war. Es war eine Ehre, dass er sich ausgerechnet unser Treffen für den letzten Roadtrip mit seiner geliebten Supra ausgesucht hat. Wir freundeten uns mit Anrzej und Marcin an, die uns zum polnischen Treffen zwei Wochen später einluden.

Wir überspringen zwei Wochen. Wir befinden uns irgendwo zwischen Wielun und Belchatow, auf dem Weg Richtung Lodz. Die pictursque ponische Landschaft begrüßte uns mit ihrer Schönheit: Ein ewig langes Stück Landstraße mit kaum Verkehr, endlose Kiefernwälder, die sich mit Feldern bis zum Horizont abwechselten. Soeine Landschaft habe ich zuvor noch nie gesehen.

Als wir in Spala, einem Kurort mitten in Polen ankommen, die erste Überraschung: An dem Geländer vom Hotel Karczma Spalska hing ein GERMAN SUPRA MKIV GROUP eV Banner neben dem SUPRA MKIV TEAM POLAND Banner. Wie wir schnell herausfanden, hat Andrzej, der verrückte Hund, dieses als Willkommensgeschenk für uns organisiert. 🙂

Auf dem Parkplatz angekommen konnten wir direkt ein Zwillingstreffen abhalten: Arnes Supra SE neben Andrzejs SE und meine 2000er Supra RZ in Quicksilver FX neben Domenikas und Sebastians 2001er Supra RZ in Quicksilver FX.

Schnell wurden die Autos geputzt und weitere Leute wie Stosek kamen. Aber das eigentliche Treffen begann erst am Folgetag, was eine gute Gelegenheit war, um den Kern des Orgateams im kleinen Kreis kennenzulernen.

Der nächste Tag war überwältigend: Wir waren 18 Supras aus ganz Polen inklusive unserer beiden aus Deutschland. Es gab so viele Leute zum Kennenlernen und so wenig Zeit. Was mir am meisten an dem Treffen gefiel, war die Idee eines „integrativen Treffens“, das heißt der Kern der Veranstaltung war das „Get-together“ am Abend: Man trinkt einige Bier und unterhält sich mit allen über alles Auto-relevante und nicht Auto-relevante. Ich hoffe ich konnte zumindest einige Worte mit jedem Suprabesitzer wechseln 🙂

Also, wie ist die polnische Supraszene so? Das erste, was auffällt: Jedes zweite Auto ist ein LHD-Umbau, was wirklich besonders ist. Der Grund hierfür ist eine Kurze Erklärung wert, da sehr interessant: Bis 2015 war es nicht möglich rechtsgelenkte Autos in Polen zuzulassen. Ich denke der Grund dafür wird gewesen sein, dass es früher so gut wie keine ausgebauten Schnellstraßen in Polen gab und das Überholen auf Landstraßen mit einem Rechtslenker immer ein Abenteuer ist. Auf diese Weise war die einzige Möglichkeit ein RHD-Auto in Polen zuzulassen, der Umbau auf Linkslenker. In 2015 entschied dann ein polnisches Gericht, dass jedes Fahrzeug mit einer EU-Zulassung auch in Polen zugelassen werden kann, egal wo der Fahrer sitzt. Aber selbst heute dürfen eben nur RHD-Fahrzeuge aus EU-Ländern zugelassen werden, ein Direktimport aus Japan ist dementsprechend immer noch unmöglich.

(Video von Domenika)

Also was habe ich erwartet? Viele billige GFK-Armaturenbretter? Falsch! Die Detailversessenheit der LHD-Umbauten ist unglaublich. Jedes Armaturenbrett ist ein originales Toyota-Teil, einige Besitzer haben sämtliche Armaturenbrettabdeckungen neu gekauft. Ihr wisst, wie viel diese heutzutage kosten?

Die zweite Sache: Polnische Supratreffen könnten auch eine gute Skittles-Werbung sein, sie sind farbenfroh 😉

Falls mich irgendwer fragen sollte, wo ich mich in zwei Jahren sehe, so ist die Antwort definitiv: „In Polen, auf einem Supratreffen“. Es war großartig so viele neue Freunde kennenzulernen und einmal mehr zu sehen, wie dieselbe Passion, die Liebe zu einem mehr als 25 Jahre alten Toyota Leute aus der ganzen Welt zusammenbringt. Wir können uns freuen in einem Europa der offenen Grenzen zu leben, welches derartige Begegnungen ermöglicht und die Nationen näher bringt.
Auf einem US-Trip wurde ich mal „Supra Botschafter“ genannt und genau so fühle ich mich auch 🙂

Ich hoffe sehr, dass wir unsere neuen Freunde bald wiedersehen, vielleicht in Deutschland, vielleicht in Polen, vielleicht auf einem Supratreffen oder einfach so.

Ich kann nur im Namen von Arne und mir und der ganzen Deutschen Community unterstreichen: DANKE für die Gastfreundschaft Polen, danke dafür dass ihr so freundlich und offenherzig wart und danke dafür, dass ihr derselbe Typ auto-verrückter Menschen seid, wie wir auch. Es fühlte sich an, wie ein richtiger Urlaub!

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