Magazin

Supra MKIV Importe in den USA nach 25 Jahren erlaubt

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auch für Tuningfans scheint das manchmal zuzutreffen.
Hierzulande gelten die USA als das Land, in dem Autotuning keinen Grenzen gesetzt zu sein scheinen.
Natürlich stimmt auch das nicht, das DOT, das Department of Transportation, setzt dem Tuning viele Grenzen. Natürlich gibt es keinen TÜV, aber begegnet man dem falschen Cop, der sich dazu noch mit Autos auskennt, sieht man sehr schnell, wie das eigene Fahrzeug konfisziert und sichergestellt wird.

In einer Hinsicht aber sind wir in Europa und Deutschland den amerikanischen Autojüngern um Welten voraus: Grauimporte, allgemein einfach nur als “Importe” bezeichnet. Während hierzulande schon Massen an Japan-Importen (sog. “JDM”-Fahrzeuge”) unterwegs sind, gibt es in den USA davon so gut wie keine.

Das hat einen einfachen Grund: Grauimporte sind in der Regel in den USA nicht erlaubt.

Dieses hat einen relativ simplen Grund, der in der Vergangenheit liegt: Grauimporte sind weltweit eine Möglichkeit, um an Fahrzeuge zu kommen, die günstiger sind, als es Fahrzeuge im eigenen Land sind. Auch in den USA der 1980er Jahre florierte der Handel mit Grauimporten: Durch günstige Dollar-DM Wechselkurse waren in den USA Grauimporte aus Europa deutlich günstigere Alternativen zu neuen oder Gebrauchten Fahrzeugen in US-Spezifikation. Den amerikanischen Händlern passte diese Konkurrenz natürlich gar nicht. So führte die Lobbyarbeit einer Gruppe amerikanischer Mercedeshändler zur Verabschiedung des Imported Vehicle Safety Compliance Act of 1988. Die Argumentation war simpel: Grauimporte erfüllen nicht die strengen amerikanischen Gesetze zur Abgasreinhaltung und Passagiersicherheit. Unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes wurden somit die Interessen der amerikanischen Automobilindustrie geschützt.

Was bedeutet das nun praktisch?

Während in Europa private Grauimporte weniger strengen Zulassungsvoraussetzungen unterliegen, als offizielle Fahrzeuge von Autoherstellern oder Fahrzeugimporteuren, gelten in den USA die gleichen Regeln für private Grauimporte, wie für offiziell durch einen Autohersteller eingeführte Fahrzeuge. So kann in Europa einfach ein privater Import mit einer Einzelgenehmigung ausgestattet werden (einige grundsätzliche Sachen, wie Abgasgutachten, vorausgesetzt). In den USA muss ein Grauimporte dasselbe Zulassungsprozedere wie eine Typzulassung durchlaufen, so z.B. Crashtests oder andere extrem aufwendige und teure Untersuchungen, die den Nachweis erbringen, dass ein Fahrzeug den amerikanischen Gesetzen entspricht.
Stellt euch mal vor, ihr importiert euer japanisches Traumauto, müsst dann aber 5 weitere des selben Typen kaufen und Crash testen lassen, bevor ihr dieses nur ansatzweise zulassen dürft. Weiterhin dürfen nur lizensierte Firmen in den USA Typzulassungen beantragen. Bei uns geht man als Privatmann zum TÜV und lässt eine Abnahme nach §21 durchführen, in den USA unmöglich!

Die einzige offizielle Ausnahme hiervon ist die sog. “25 Jahre-Regelung”: Die strengen Auflagen erlöschen ab dem Monat genau 25 Jahre nach dem Produktionsdatum eines eingeführten Fahrzeugs. Und genau das ist jetzt, im April 2018, beim Supra MKIV geschehen: Der April 1993 war der Monat, in dem die Serienfertigung des Supra angelaufen ist. Und somit sind ab jetzt, Monat für Monat, immer mehr J-Spec und potenziell auch EU-Spec Supras für den offiziellen Import in die USA zugelassen.

Die ersten Fahrzeuge werden bereits angeboten oder sind schon verkauft:
Japanese Classics
Toprank International Vehicle Importers

Über Jahre wurde der 1.April 2018 von amerikanischen Suprafans herbeigesehnt. In den letzten Jahren haben sich bereits Sammler gute Fahrzeuge in Japan gesichert und bis zum April 2018 eingelagert, um sie dann in die USA zu verschiffen.

Was bedeutet das für die Szene?

Nun, ganz einfach: Die Suprapreise sind weltweit, auch in Japan, bereits explodiert. Die Möglichkeit nun Fahrzeuge offiziell in die USA einzuführen wird diesen Trend noch weiter verstärken.
Ähnliches ist seit 2014 beim Nissan Skyline R32 GTR zu beobachten: American R32 Nissan Skyline GT-R Importers Say Prices Have Doubled.

Noch interessanter wird es mit den Grauimporten in den USA, wenn man die Widersprüche in den Gesetzen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene betrachtet: Die 25 Jahre Regel gilt bundesweit. Dennoch gibt es einige wenige Bundesstaaten, wie z.B. Florida, die auf der Ebene des Bundesstaates Grauimporte zulassen. So gibt es in Florida schon seit Jahren eine größere Szene japanischer Grauimporte. Absurd wird es aber erst, wenn man sich die Widersprüche im Gesetzt anguckt. So kann ein Grauimport unter 25 Jahren in Florida zwar auf Ebene des Staates legal sein, wird man aber von einem Bundespolizisten auf dem Highway angehalten, kann dennoch das Fahrzeug konfisziert werden, weil es nach Bundesgesetzen illegal ist.

Gleichermaßen kann ein Grauimport, auch wenn er bereits älter ist als 25 Jahre, nicht automatisch in allen Bundesstaaten zugelassen werden. So fordern einige Bundesstaaten, allen voran Kalifornien, ein Abgasgutachten und damit aufwendige technische Modifikationen, um dieses auch zu bestehen: First California Legal Nissan Skyline GT-R In the 25 Year Old Car Era. So wird es höchst wahrscheinlich notwendig sein, bei MKIV Supras aus Japan den Motor auf Export-Standard (Abgasrückführung, Katalysatoren, etc.) zu bringen, bevor diese in Kalifornien und einigen anderen US-Staaten zugelassen werden können, auch wenn sie über 25 Jahre alt sind.

Click to comment

You must be logged in to post a comment Login

Leave a Reply

To Top